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Die Themen:
- Begrüßung
- Jahresprogramm 2008
- Aktuelles
- Fachbeitrag: Was ist Schulsozialarbeit? von Martin Gerstädt
- Termine

1. Begrüßung
Sehr geehrte Leser und Leserinnen,
wir freuen uns sehr, Ihnen den ersten Newsletter der procedo-BERLIN GmbH vorstellen zu dürfen! Mit dem Newsletter wollen wir viermal im Jahr über die neusten Entwicklungen und Angebote informieren. Darüber hinaus wollen wir aber auch eine Kommunikationsplattform für unsere Referenten, Dozenten und Kunden schaffen, die sich mit fachlichen Beiträgen an ein größeres Publikum wenden wollen. Die Beiträge erscheinen immer unter der Rubrik "Fachbeitrag".
Das besondere an dieser Ausgabe ist die Erstveröffentlichung des Jahresprogrammes 2008 (s. u.). Bestärkt durch die positive Resonanz, die wir von Ihnen erfahren durften, haben wir auch bei der Zusammenstellung der Veranstaltungen für das Jahr 2008 alles daran gesetzt, Ihnen qualitativ hochwertige Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten anzubieten.
Wir wünschen Ihnen erholsame Festtage und einen guten Jahreswechsel sowie ein erfolgreiches Fortbildungsjahr 2008, und hoffen Sie wieder und erstmalig bei uns begrüßen zu dürfen.
Falls Sie jedoch zukünftig kein Interesse an unserem Newsletter haben sollten, können Sie ihn jederzeit auf der Website www.procedo-berlin.com wieder abbestellen.
Viel Spaß bei Lesen wünscht Ihnen
Udo Glaß
Geschäftsführung procedo-BERLIN GmbH
2. Jahresprogramm 2008
Wir möchten uns bei Ihnen für das Interesse und Vertrauen bedanken, dass Sie uns in den Veranstaltungen des abgelaufenen Kalenderjahres 2007 entgegengebracht haben und blicken mit Ihnen voller Enthusiasmus und Neugier auf das Fortbildungsjahr 2008.
Die erste berufsbegleitende Zertifikatsausbildung unseres Institutes, die Ausbildung Mediation, konnten wir mit 14 Teilnehmern starten. Aufgrund der weiteren Nachfrage haben wir für den Herbst 2008 einen weiteren Kurs aufgesetzt.
Für die gute Zusammenarbeit möchte ich mich bei den vielen Erziehern und Erzieherinnen aus dem Bereich Kindertagesbetreuung bedanken, die 2007 unser Fort- und Weiterbildungsangebot wahrgenommen haben. Auch in dem vorliegenden Jahresprogramm wird der Bereich Kindertagesbetreuung besonders hervorgehoben und mit einer Vielfalt an Angeboten die fachliche Qualifizierung der Kindertagestätten zu Bildungseinrichtungen unterstützen.
Das Jahresprogramm 2008 können Sie hier als PDF-Datei downloaden.
3. Aktuelles
Informationsabend: Ausbildung Systemische Organisationsentwicklung
 Ab März 2008 bietet die procedo-BERLINGmbH die berufsbegleitende Ausbildung„Systemische Organisations- entwicklung“ an. Besonders freut es uns, als Ausbildungsleiter Frau Barbara Bütow und Herrn Dr. Detlef Horn-Wagner gewonnen zu haben.Die Ausbildung geht von März 2008 bis Juni 2009 und umfasst 340 Stunden. Sie können sich per E-Mail oder telefonisch für einen Informationsabend am 26. Januar 2008 um 17.00 Uhr, Kopernikusstr. 23, 10245 Berlin anmelden.
Weitere Informationen siehe Flyer: Ausbildung Systemische Organisationsentwicklung
Veranstaltungsreihe: Fragen zur interkulturellen Pädagogik und Sozialarbeit mit Allan Mac Rae und Prof. Dr. Toprak
Wir freuen uns über die große Nachfrage zu dieser Seminarreihe. Die Veranstaltungen mit Herrn Allan Mac Rae, „Family Group Conferencing“, und Herrn Prof. Dr. Ahmet Toprak, „Kennen ja! Verstehen mh?! Was wissen wir von Jungen aus türkischstämmigen Familien“, fanden und finden einen derart großen Anklang, dass wir evt. 2008 eine Wiederholung planen. Sollten Sie Interesse haben können Sie sich unverbindlich per E-Mail (info@procedo-berlin.com) auf eine Warteliste eintragen lassen. Sobald die Seminare gesichert stattfinden, werden wir Sie informieren. Die jetzige Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit dem Bezirksamt Mitte und dem Träger Einhorn e.V. statt. Sie wird gefördert durch
Systemische Ausbildung zum Schulsozialarbeiter/in
In der Bundesrepublik, ist die Schulsozialarbeit gerade dabei, sich an Haupt-, Förder- und mehr und mehr auch an Grundschulen zu etablieren. Dabei nimmt sie auch Einfluss auf die Schulentwicklung.  Welche neuen Aufgaben sich künftig für die Schulsozialarbeit ergeben werden und welche Rolle sie im Prozess sich verändernder Schulen spielen wird, ist auch davon abhängig, welche Rolle die Schulsozialarbeiter im System Schule einnehmen. Daher bietet die procedo-BERLIN GmbH erstmalig die Systemische Ausbildung Schulsozialarbeit an. Mit Katrin Thorun-Brennan und Martin Gerstädt ist es uns gelungen, zwei Lehrtrainer mit viel theoretischem Fachwissen aber auch einer langen Praxiserfahrung im Bereich Schulsozialarbeit zu gewinnen. Hervorgehoben werden sollte zudem, dass wir Herrn Dr. Karsten Speck von der Universität Potsdam, Isa Trippner vom Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg und Karl Antony vom Pestalozzi Fröbelhaus gewinnen konnten, als Gastdozent an der Ausbildung mitzuwirken. Sie können sich per E-mail oder telefonisch für einen Informationsabend am 14. Januar 2008 um 18.00 Uhr, Kopernikusstr. 23, 10245 Berlin anmelden.
Weitere Informationen siehe Flyer: Systemische Ausbildung Schulsozialarbeit
4. Fachbeitrag
Was ist Schulsozialarbeit?
von Martin Gerstädt
Zunächst einmal ist die Schulsozialarbeit ein Arbeitsbereich der Jugendhilfe - so wie die Straßensozialarbeit, die Jugendberufshilfe, die Sozialpädagogische Familienhilfe oder viele andere mehr. Nur findet sie an einem besonderen Ort statt – eben an oder in Schulen. Es liegt auf der Hand, dass die Akteure der Jugendhilfe ihr diagnostisches und methodisches Repertoire a) in das Feld Schule hineintragen und dort entfalten aber auch b) gründlich prüfen müssen welche Methoden sie wie an diesem Ort einsetzen können. Casework und systemisches Fallverstehen haben in der Schulsozialarbeit ebenso ihren Platz wie gruppenpädagogische, aufsuchende oder erlebnispädagogische Methoden und vieles andere.
S chulsozialarbeit ist jedoch nicht nur Jugendhilfe am Ort Schule, sondern auch und vor allem Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule. In der Schulsozialarbeit begegnen sich sehr unterschiedliche Berufsgruppen und Institutionskulturen. Methoden, Wahrnehmungsmuster, Grundannahmen über Werte und Normen sind ebenso verschieden ausgeprägt wie z.B. die Vorstellung von kollegialer Zusammenarbeit, von Arbeitsrhythmik oder das berufliche Selbstverständnis. Kooperation braucht ein gegenseitiges Kennen lernen auf der Grundlage der Anerkennung der Unterschiede beider Berufsgruppen. Eine Annäherung, die neben klaren Absprachen und Vereinbarungen auch Zeit, die Möglichkeit zum Perspektivwechsel und Offenheit braucht. Missverständnisse und Irrtümer müssen in diesem Prozess erlaubt sein. Deren Bewältigung schafft tiefe Einblicke, Verständnis und schließlich Vertrauen auf beiden Seiten.
Dabei ist es unumgänglich, dass beide sich punktuell in ihren Wertesystemen, Deutungs- und Handlungsmustern annähern und aufeinander Einfluss nehmen. Gelungene Schulsozialarbeit findet statt als Annäherung und partnerschaftliche Weiterentwicklung beider Berufssysteme. Dabei sind die Kooperationsformen und -ergebnisse nicht nur sehr vielfältig, sondern auch immer nur bis zum nächsten (höchstens übernächsten) Schritt planbar. Schulsozialarbeit trägt ihrem Wesen nach Projektcharakter. Die einzelnen Kooperationsvorhaben bedürfen einer konkreten und dialogischen Steuerung, sowohl in den Zielen, als auch in den Zuständigkeiten, im zeitlichen Verlauf und in der Evaluation.
B eide Berufsgruppen treffen sich in ihren unterschiedlichen gesellschaftlich begründeten Aufträgen. Der Auftrag der Schule zur Bildung und der Auftrag der Jugendhilfe zur Sicherung und Förderung gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern und Jugendlichen meint keineswegs das Gleiche. Aber beiden ist der Auftrag zur Integration, bzw. zur Abwendung drohender Desintegration von Kindern und Jugendlichen mitgegeben. Z.B. im Bemühen um die Verringerung von Schuldistanz wird dieses gemeinsame Interesse besonders deutlich, erschöpft sich aber nicht darin. Integration von Kindern und Jugendlichen bedeutet auch, Integration verschiedener Lebensentwürfe, verschiedener ethnischer und kultureller Zugehörigkeit sowie die Förderung integrativer Potenzen sozialer Subsysteme wie Schulklassen, Peergroups, Schulprojekte u. a. Integration bedeutet aber auch die Einbeziehung subjektiver Anteile der Schülerpersönlichkeit in den schulischen Alltag, wie Liebeskummer, familiäre Sorgen, Wut oder die Suche nach Grenzen. Gelingt es, diese Anteile zu integrieren, kann Desintegration abgewendet werden.
Schulsozialarbeit interveniert im Sinne der Kontextpassung. Das heißt, sie interveniert in die Beziehung zwischen Schüler und schulischem Kontext (Schüler – Schüler; Schüler – Lehrer; aber auch: Eltern – Schule und Schüler – Eltern), um die Integrationskräfte des Systems Schule sowie die Integrationsbereitschaft des Schülers zu stärken bzw. abzusichern. Dabei ist es nicht von vorrangigem Interesse, wie der Interventionsbedarf entstanden ist oder entsteht, sondern einzig die Tatsache, dass er gemeinsam von LehrerInnen und SozialpädagogInnen formuliert wird. 
Zusammenfassend lässt sich sagen, Schulsozialarbeit
- ist Jugendhilfe am Ort Schule,
- ist eine Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule,
- zielt auf bessere schulische Integration von Kindern und Jugendlichen,
- findet statt als dialogisch gesteuerte Projektarbeit und
- ist Intervention im Sinne der Kontextpassung, und damit Intervention im und in das System Schule.
Mögliche Einsatzformen sind unter anderem:
- Projekte zur Verringerung von Schuldistanz
- Schülerberatung
- Klassen- und Schulprojekte zur Stärkung der sozialen und kommunikativen Kompetenzen
- Arbeit in Schulstationen
- Übergangsbegleitung in die Berufswelt
- Arbeit mit Eltern und Familien
- Mitarbeit an der Schulentwicklung

Martin Gerstädt:
Der Autor ist seit mehreren Jahren als Schulsozialarbeiter tätig und berät darüberhinaus als Supervisor Fachkräfte, die im Bereich Jugendhilfe-Schule tätig sind.
5. Termine
Informationsveranstaltungen zu den berufsbegleitenden Ausbildungen:
- Systemische Familienarbeit im Kontext Jugendhilfe
21.Januar 2008, 18.00 Uhr, Kopernikusstraße 23, 10245 Berlin
- Systemische Ausbildung Schulsozialarbeit
14.Januar 2008, 18.00 Uhr, Kopernikusstraße 23, 10245 Berlin
- Systemische Organisationsentwicklung
26.Januar 2008, 17.00 Uhr, Kopernikusstraße 23, 10245 Berlin
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